Die zweite Dauerausstellung ist in der ehemalige Klosterökonomie zu sehen. Der Eingang durchs Scheunentor passt perfekt zum Thema, denn hier dreht sich alles um die „Rieser Landwirtschaft im Wandel“. „Über Jahrhunderte hinweg hat sich in der Landwirtschaft relativ wenig bewegt“, weiß Conny Zeitler, „dann ist von 1800 bis 1950 unglaublich viel passiert.“ Museumsgäste erleben diese Veränderungen von der Handarbeit bis hin zu modernen Maschinen und von den Pächtern, die Abgaben leisten mussten, hin zum Bauern als Landbesitzer und Unternehmer. Wie aufwendig war es, die Produkte zum Verkaufen auf den Markt zu bringen? Wie lief ein Tag bei der Heuernte ab? Immer wieder machen interaktive Stationen, Geräuscheffekte, Filme und Hörtexte die Informationen anschaulich.
Und das ist noch nicht alles: „Die Stärke des Museums ist, dass wir vieles praktisch zeigen können“, meint die Leiterin. „Man schaut sich nicht nur die Ausstellungen an, sondern kann auch den Museumsgarten entdecken.“ Dieses ummauerte Fleckchen Land am Bachlauf ist das Zuhause mehrerer Bienenvölker und bietet auch Platz für Schaufelder. So können Neugierige im Museum zum Beispiel den Weg vom Korn über das Mehl bis hin zum Brot hautnah mitverfolgen. Bei Veranstaltungen wie dem Schnitterfest (26. Juli 2026) oder dem Kartoffelfest (6. September 2026) sind die Gäste bei der Ernte aktiv dabei. Dazu kommen zahlreiche Angebote für Gruppen oder Kindergeburtstage und Aktionstage für Klein und Groß. Letztere können zum Beispiel Imkern oder im Herbst Rübengeister schnitzen.
Neben den Angeboten für Kinder rückt das Museum nun – auf Anregung der Besucherinnen und Besucher – das Thema Teambuilding stärker in den Fokus. Außerdem gibt es einige digitale Angebote wie die MuseumsApp und ein Quiz zur Landwirtschaft früher. Auch Geocaching gehört dazu. Die Museumsleiterin findet diese Verknüpfung in die Moderne wichtig: Digitale Angebote eröffnen neue Möglichkeiten, machen das Museum inklusiver und wecken die Neugier. „So kommen die Leute mit dem Museum in Kontakt und meistens schaffen wir es, sie positiv zu überraschen,“ freut sich Conny Zeitler.
Ein weiterer Berührungspunkt ist 2025 in Nördlingen entstanden: Dort wurde das neue Sammlungszentrum des Museums eröffnet. Hier können Objekte, die momentan nicht in den Dauerausstellungen sind, nun besser gelagert und erforscht werden. Bei Aktionstagen vor Ort soll die Öffentlichkeit Einblick in die Arbeit des Museumsteams bekommen.