"Jedes Ende wird ein Anfang sein“, singt Peter Maffay. Was vielleicht etwas abgedroschen klingt, trifft auf die Meteoriten Destille in Alerheim voll zu. Das Ende der jahrhundertelangen Brautradition, die bis ins Jahr 1621 zurückreichte, machte den Weg frei für die Produktion erstklassiger Spirituosen, die sich über den Riesrand hinaus einen Namen gemacht haben. Wo früher Bierflaschen befüllt wurden, werden jetzt Gin und Likör hergestellt, Tastings veranstaltet und Feste gefeiert.
„Wir wollten ein Projekt starten, das die Räume wieder mit Leben füllt“, erklärt Clemens Scheible. Sein Vater, Dr. Karl Scheible, ist der Gründer der Destille. Sie ist ein richtiges Familienunternehmen, bei dem sich drei Generationen einbringen: von der Großmutter über Dr. Scheible und seine Frau – im Hauptberuf Allgemeinärzte – bis hin zu den drei erwachsenen Kindern. „Jeder steuert ein bisschen was bei“, erzählt der Sohn. „Der Stein, der das ganze ins Rollen gebracht hat, kam von der Oma.“ Deren selbstgemachter Kräuterlikör kam bei Familienfesten so gut an, dass die Idee entstand, ihn zu vermarkten. Das Rezept ist natürlich geheim, Karl Scheible verrät aber immerhin so viel: „Wesentlich ist eine Minze, die bei meiner Mutter hinten im Garten wächst.“ Der Familienklassiker bekam den offiziellen Namen „Krater Feuer“, ein Hinweis auf seine Herkunft. Schließlich liegt der Ort Alerheim mittig im Einschlagskrater des Riesmeteoriten.