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Stattliche Stauden, zarte Pflänzchen, duftende Kräuter und natürlich Fuchsien in allen Variationen: Der Wemdinger Fuchsien- und Kräutermarkt bietet eine wunderbare Gelegenheit, um den eigenen Garten oder Balkon in ein grünes Paradies zu verwandeln.

Was darf heute ins Körbchen: Amelie oder die Deutsche Perle, Lambada oder sogar Spion Kop? All diese Namen bezeichnen verschiedene Fuchsien – und sind doch nur ein Bruchteil der Vielfalt bei Deutschlands einzigem Fuchsien- und Kräutermarkt. 

Jedes Jahr am letzten Wochenende im Mai (30. und 31. Mai 2026) verwandelt der Markt die Wemdinger Altstadt in ein blühendes und grünendes Meer aus Pflanzen. Tourismusleiterin Judith Strohhofer ist Teil des Organisationsteams und hat den Überblick über das rege Treiben: „Über 70 Händler versammeln sich beim Markt, darunter auch die Wemdinger Gärtnereien.“ Sie haben alles dabei, was das Pflanzenliebhaber-Herz begehrt: darunter Fuchsien in Hülle und Fülle, dazu Blühpflanzen aller Art, Stauden sowie Kakteen. Auch dem Thema Kräuter wird der Markt mehr als gerecht: Ob für die Küche oder für Tees, für TCM oder Ayurveda – in Wemding sind sie alle zu finden. 

Fachwissen als Familientradition

Bei den Gemüsesorten ist die Auswahl ebenfalls groß. Gerade wechselt die Chili „Gelbes Rüsselchen“ den Besitzer – begleitet von Fachsimpeleien über Schärfe und Pflege. „Wir haben hier viele spezialisierte Händler, die meisten davon sind Familienbetriebe“, betont Judith Strohhofer: „Dadurch bekommen die Käufer Tipps vom Fachmann zu den Pflanzen, die er oftmals selbst groß gezogen hat.“ Das „Gelbe Rüsselchen“ wird mittlerweile in Papier eingewickelt. „Unser ganzer Markt ist frei von Plastik“, so Judith Strohhofer: „Deshalb sind hier so viele Leute mit Körben und sogar mit Bollerwagen unterwegs.“

„Hier bekommt man Tipps vom Fachmann zu den Pflanzen, die er oftmals selber groß gezogen hat.“

Judith Strohhofer

Blumenbox und Shuttleservice

Besonders praktisch: Niemand muss seine „grüne Beute“ über den Markt schleppen. „Dafür gibt es unsere Blumenbox, in der man seine Einkäufe kostenlos deponieren kann“, empfiehlt Judith Strohhofer: „Zurück zum Auto oder zum nächsten Bahnhof geht es mit dem kostenlosen Shuttle-Service.“ 

Dankbar nimmt ein schwer mit Hortensien bepackter Herr das Angebot der Blumenbox an, denn seine Frau will unbedingt noch bei der Gartendeko vorbeischauen. Diese gehört ebenso zum Angebot wie Kunsthandwerk und regionale Lebensmittel. Vielleicht darf der Herr nach der Deko ja ins „Männerbetreuungszentrum“, das eine regionale Brauerei an ihrem Stand aufgebaut hat. 

Auch gegen den Hunger gibt es einiges an Ständen auf dem Markt, zum Beispiel am Café des örtlichen Obst- und Gartenbauvereins vor der Stadtpfarrkirche. Hier hat man zudem die Fuchsienpyramide bestens im Blick: Fünf Meter hoch und an der Basis fast genauso breit ist sie mit rund 700 Fuchsien bepflanzt. Deren unterschiedliche Blüten- und Laubfarben bieten bis in den September hinein einen prachtvollen Anblick.

Noch ist allerdings nicht geklärt, welche Fuchsie es heute werden soll. Am einfachsten nimmt man gleich mehrere – und ein „Gelbes Rüsselchen“ für die Würze im Leben darf ebenso mit.

Namensgeber für eine exotische Schönheit

Die Fuchsie trägt den Namen eines berühmten Wemdingers: Leonhart Fuchs. Der Arzt und Botaniker wurde 1501 in einem schmalen Häuschen am Marktplatz geboren und lehrte später als Professor in Tübingen. Mit seinen Kräuterstudien und Büchern gilt er als einer der „Väter der deutschen Botanik“. Eine Fuchsie sah er selbst nie – sie stammt aus Südamerika, wurde erst 1696 von Charles Plumier entdeckt und Fuchs zu Ehren nach ihm benannt.

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